Die
Geschichte der FAPP (Fachgruppe Arbeit mit dem Pferd in der Psychotherapie)
beginnt vor mehr als 4 Jahren. Im Oktober 2000 trafen sich Monika Mehlem und Dr.
Marika Weiger und berieten sich über die Möglichkeiten, den fachspezifischen
Austausch zwischen Psychotherapeutinnen, die mit Pferden arbeiten, zu
fördern. Beiden hatten schon frühere Versuche, eine solche Gruppe zu gründen,
miterlebt und beiden war klar, dass es nicht einfach sein würde, Vertreter/inn/en
verschiedener psychotherapeu- tischer Schulen und Grundberufe (Medizin,
Psychologie, (Sozial-, Heil-) pädagogik), zu einer konstruktiven Zusammenarbeit
zu bringen, in der alle voneinander lernen und sich gegenseitig
unterstützen. Aber die Zeit war reif und der Wunsch war stark und nach
einem arbeitsintensiven Tag war die Basis für ein gemeinsames Projekt
geschaffen.
Zum
letzten März-Wochenende 2001 wurden dann Vertreter/innen aller
psychotherapeutischen Richtungen mit einer abgeschlossenen psychothera-
peutischen Ausbildung und entsprechenden hippologischen Kenntnissen (unabhängig
von der Methodik), die aktuell psychotherapeutisch mit Hilfe von Pferden
arbeiteten, in ein Tagungshaus nach Königswinter bei Bonn eingeladen. 13 Kolleginnen
und 1 Kollege waren z.T. auch aus dem Ausland – Finnland und Holland -
angereist, um sich beruflich auszutauschen und „Visionen“ für die Zukunft
des psychotherapeutischen Reitens zu entwickeln.
Die Vielfalt an
professioneller Kompetenz war kaum zu überbieten: Ärzt/e/innen, Psychologinnen
und Pädagoginnen, von der Psychoanalyse bis zur Systemischen Therapie -
Vertreter/innen der wichtigsten Psychothera- pierichtungen waren ebenso
vertreten wie kreativer Verfahren und Entspannungstechniken: Gestalttherapie,
Klientenzentrierte Psychotherapie, Logotherapie, Positive Familientherapie (Peseschkian),
Psychodynamik und Tiefenpsychologie, Psychotherapeutische Körperarbeit nach A.
Pesso, Bioenergetik und Psychodrama. Gleichermaßen beeindruckend waren die
reiterlich-hippologischen Entwicklungen und Orientierungen (Pferdewirtin,
Centered-Riding®-Instructor, Dressur, Vielseitigkeit, Iberische Reitweise,
TTEAM®-Methode...)
und die Verschiedenheit der beteiligten Pferde; vom Vollblut bis zum Esel haben
sich alle Größen und Rassen als Co-Therapeut/inn/en bewährt.
Während
dieses Treffens fand die Gruppe ihren Namen: „FAPP –
Fachgruppe Arbeit mit dem Pferd in der
Psychotherapie“.
Folgende
grundlegende gemeinsame Zielsetzung wurde vereinbart:
"Die
Fachgruppe setzt sich zum Ziel, die Vielfalt der praktischen Arbeit mit dem
Pferd in der Psychotherapie zu sammeln, zu beschreiben, zu reflektieren und
weiterzuentwickeln. Sie ermöglicht und fördert Austausch, Begegnung und
Zusammenarbeit von Vertreter/innen verschiedener Therapierichtungen."
Die
Atmosphäre war geprägt durch die Liebe zu den Pferden und zu der
psychotherapeutischen Arbeit,
die alle verbindet, sowie von Respekt, Offenheit und Wertschätzung der
Arbeit und des Standpunktes des jeweils anderen.
Dies blieben die tragenden Elemente, die die Gruppe über die nächsten vier
Jahre begleitete, sie wachsen und zusammenhalten ließ.
Seit
ihrer Gründung trifft sich die FAPP zwei mal jährlich, in der Regel im März
und im November. Ein Höhepunkt in der Geschichte der FAPP war die einwöchige
Reise von 9 FAPP-Mitgliedern nach Finnland im Sommer 2004 zu ihren finnischen
Mitgliedern, Frau Dr. Anna-Kaisa Juuti, Chefärztin der Psychiatrischen Klinik
in Uusikaupunki und Dr. Marja-Leena Yrjölä, Ärztin und Psychoanalytikerin.
Dort hatten wir Gelegenheit, die beiden finnischen Kolleginnen an ihrem
jeweiligen Arbeitsort in der Beziehung zu ihren eigenen Pferden zu erleben und
die finnische Gastfreundschaft zu genießen.